Rapa Nui liegt 1.292 Meilen von der Pitcairninsel und 2.200 Meilen vom chilenischen Festland entfernt und ist einer der isoliertesten bewohnten Orte im Pazifik. Die Vulkanlandschaft beherbergt fast 1.000 Moai, die monumentalen Figuren, die von polynesischen Vorfahren gemeißelt wurden, sowie archäologische Stätten und Zeremonialplattformen, die mit ihrer Geschichte verbunden sind.

Die Insel ist chilenisches Territorium und wird oft als archäologisches Freilichtmuseum erlebt. Viele Moai wurden wieder aufgerichtet, doch Rapa Nui ist mehr als seine antiken Monumente. In Hanga Roa, der einzigen Stadt der Insel, sind polynesische Musik, Tanz, Kunst und Küche weiterhin wesentliche Bestandteile des Alltags.

Die meisten Besucher kommen am internationalen Flughafen Mataveri mit einem LATAM-Flug aus Santiago an – eine Reise von etwa fünfeinhalb Stunden. Auch Kreuzfahrtschiffe laufen die Insel an, darunter die National Geographic Resolution und die Silver Cloud. Reisende wohnen in der Regel in Hanga Roa und unternehmen Tagesausflüge zu den archäologischen Stätten, die mit dem Auto jeweils ungefähr eine halbe Stunde voneinander entfernt liegen.

Der Nationalpark Rapa Nui wird seit 2017 von Ma'u Henua verwaltet, einer indigenen Gemeinschaftsorganisation unter der Leitung gewählter Mitglieder der Rapa-Nui-Gemeinschaft. Der Eintritt in den Park kostet derzeit CH$95.000 beziehungsweise etwa 100 US-Dollar, und Besucher müssen an archäologischen Stätten außerhalb von Hanga Roa einen zertifizierten Führer nutzen. Diese Maßnahmen sollen den Übertourismus begrenzen, längere und kulturell stärker verbundene Aufenthalte fördern und das empfindliche Erbe der Insel schützen.

Meeresfrüchte gehören zu den Höhepunkten der lokalen Gastronomieszene. Frischer Thunfisch wird als Ceviche, Carpaccio und Tiradito serviert, darunter auch eine Variante im Te Moai Sunset mit Blick auf den modernen Moai de la Paz. Te Moana serviert Mahi-Mahi mit gerösteten Süßkartoffeln aus Rapa Nui, während La Kaleta Ceviche direkt am Hafen anbietet. Weitere Möglichkeiten sind das kleine japanische Restaurant Kotaro, das für sein Degustationsmenü und bestimmte Regeln beim Essen bekannt ist, sowie Neptuno Sunset, wo gegen Ende der Landebahn Pasta mit Meeresfrüchten serviert wird. Ein traditionelles Dessert, nach dem man Ausschau halten sollte, ist Po’e, ein kompakter Kuchen aus zerdrückten reifen Bananen.

Die Landschaft der Insel ist überwiegend grasbewachsen und windgepeitscht und nicht von tropischem Dschungel bedeckt. Ovahe und Anakena an der Nordküste sind die wichtigsten Strände zum Schwimmen, doch die größten Attraktionen bleiben die Moai-Stätten. Ahu Tongariki, die größte Moai-Plattform der Insel, umfasst 15 Statuen und ist besonders bei Sonnenaufgang beliebt. In Rano Raraku, dem Vulkankrater und Steinbruch, in dem etwa 95 % der Skulpturen der Insel geschaffen wurden, befinden sich noch rund 400 Figuren in unterschiedlichen Stadien ihrer Fertigstellung.

Eine weitere bedeutende Stätte ist Orongo, ein Steindorf am Rand des Vulkans Rano Kau. Es war das zeremonielle Zentrum für Feste zu Ehren von Makemake, dem Schöpfergott. Vor der Küste wurden die kleinen, als Los Motu bekannten Inselchen mit dem Wettbewerb Tangata Manu, dem sogenannten Vogelmann-Wettbewerb, in Verbindung gebracht. Heute wird das Gebiet zum Schnorcheln genutzt und beherbergt 142 Meeresarten, die nirgendwo sonst vorkommen, darunter der Osterinsel-Falterfisch. Das Mike Rapu Diving Center zählt zu den etablierten Anbietern der Insel für Schnorcheln und Gerätetauchen.

An Land können Besucher zum Terevaka wandern, dem höchsten Punkt der Insel mit 1.675 Fuß, oder die Poike-Halbinsel erkunden, auf der sich archäologische Stätten, Petroglyphen und ein großer, wie ein menschliches Gesicht geformter Felsen befinden. Auch die moderne Kultur ist in Hanga Roa sichtbar, insbesondere in der Mana Gallery, die örtliche Gemälde, Holzschnitzereien und Schmuck ausstellt.

Das Abendprogramm reicht von Konzerten und Besuchen der Musikschule Toki Rapa Nui bis zu polynesischen Tanzaufführungen von Gruppen wie Kari Kari und Te Ra’ai. Letztere umfasst ein Umu-Festmahl, das unterirdisch mit heißen Steinen zubereitet wird. Für zeitgenössische polynesische Musik in einer weniger offensichtlich auf Touristen ausgerichteten Umgebung empfiehlt die Quelle Iti Lafken.

Das Unterkunftsangebot reicht von geführten Aufenthalten mit Rundumversorgung bis zu günstigeren Boutique-Optionen. Explora Rapa Nui liegt etwa 15 Minuten von Hanga Roa entfernt und umfasst tägliche Aktivitäten unter der Leitung lokaler Führer. Nayara Hangaroa am Stadtrand bietet einen flexibleren À-la-carte-Ansatz, einen Pool direkt am Meer und drei gastronomische Konzepte. Das Hare Nua Hotel Boutique ist eine zentral gelegene, kostengünstigere Wahl, während die Pikera Uri Eco Lodge Gartenzimmer und Möglichkeiten zur Erkundung zu Pferd anbietet. Die Preise liegen aufgrund der Abgeschiedenheit der Insel und der begrenzten lokalen Ressourcen im Allgemeinen höher als auf dem chilenischen Festland.

Quellen: Condé Nast Traveler.