Luxors antike Tempel und Gräber stehen nach wie vor im Mittelpunkt eines Besuchs, doch eine wachsende Auswahl an kleineren Nilkreuzfahrten und charaktervollen Hotels verändert, wie Reisende die ägyptische Stadt erleben. Die neuen Angebote reichen von einer luxuriösen Yacht ohne Motor bis hin zu handwerksgeprägten Unterkünften und saisonaler Küche vom Bauernhof am Westufer.

Die Stadt, in der Antike als Theben bekannt, war während des Neuen Reiches, etwa von 1550 v. Chr. bis 1070 v. Chr., die Hauptstadt Ägyptens. Ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander: Die Tempel von Karnak und Luxor befinden sich am Ostufer, während das Westufer Totentempel und das Tal der Könige beherbergt. Die Gräber im Tal wurden bereits in der Antike geplündert; Tutanchamuns Grab bildet die Ausnahme.

Besucher können die bekannteren Attraktionen durch weniger besuchte Stätten wie den teilweise restaurierten Totentempel von Sethos I. und das Ramesseum ergänzen. Im Grab von Ramses V. und VI. sind die kunstvollen Hieroglyphen bemerkenswert gut erhalten. Am Westufer befindet sich außerdem ein heiliger, versunkener See im Tempel Sethos’ I. Dort suchen laut dem örtlichen Reiseführer Ahmed Hassan Frauen aus den umliegenden Dörfern noch immer Hilfe und hoffen, dass das Wasser die Fruchtbarkeit fördert oder kranken Kindern hilft.

Auf dem Nil bietet eine neue Generation kleinerer Dahabiyas eine persönlichere Alternative zu den großen Motorschiffen, die ebenfalls auf dieser Route verkehren. Arax, das zweite Schiff von Kazazian Cruises, verbindet das motorlose Design der traditionellen Dahabiya mit dem Erscheinungsbild und dem Komfort einer Luxusyacht. Die neun Kabinen verfügen über Panoramafenster; außerdem bietet das Schiff Bettwäsche aus ägyptischer Baumwolle, eine Masseurin und von vier Köchen zubereitete Mahlzeiten.

Andere Schiffe stellen ägyptisches Kunsthandwerk oder die Geschichte des Reisens in den Mittelpunkt. Nile Divine, eine Dahabiya mit acht Kabinen, entstand unter Mitwirkung ägyptischer Maler, Professoren und Kunsthandwerker. Die neunkabinnige Oro verbindet eine dunkle Holzfassade mit einem Empfangsbereich aus Messing, einem Tauchbecken an Deck sowie Suiten mit privaten Terrassen und Whirlpools. Die 180 Fuß lange Nile Canopus von Al Moudira greift die Ära der Nilreisen im 19. Jahrhundert auf: mit offenen Decks, einer Bibliothek und Zimmern mit Messingbetten sowie Möbeln aus Teak und Rattan.

Die Hotels am Westufer bieten eine große stilistische Vielfalt. Das Habu Hotel mit 17 Zimmern, eines der ersten Hotels der Gegend, wurde mit Antiquitäten neu gestaltet und bietet von seiner Dachterrasse Ausblicke auf den Tempel von Medinet Habu. Das Marsam Hotel, einst ein Grabungshaus der University of Chicago und seit 1939 ein Hotel, hält seine 29 Zimmer und fünf Suiten bewusst schlicht. Das Restaurant serviert ein täglich wechselndes Menü mit Erzeugnissen vom eigenen Bauernhof.

Am prachtvolleren Ende des Spektrums vereint das Hotel Al Moudira Kuppeln und Bögen mit Fresken, Antiquitäten und Werken ägyptischer Kunsthandwerker. Das 2001 von der Künstlerin Zeina Aboukheir gegründete Hotel wechselte 2022 den Besitzer; Aboukheir prägt weiterhin die kreative Ausrichtung. Sechs neue Villen ergänzen den unverwechselbaren Stil des Hauses. Die 2025 eröffnete Moudira Farm Kitchen serviert saisonale, mediterran inspirierte Gerichte mit vor Ort angebauten Erzeugnissen und beschäftigt junge Köche vom örtlichen Tourismuscollege.

Auch weitere Veränderungen im Hotelangebot sind im Gange. Am Ostufer von Luxor entsteht ein Hotel von Four Seasons, dessen Eröffnung für 2027 geplant ist. Der Winter Palace, der mit der Arbeit des Archäologen Howard Carter rund um die Entdeckung von Tutanchamuns Grab verbunden ist, wurde für Renovierungsarbeiten geschlossen und soll im Juli 2027 als Mandarin Oriental wiedereröffnen.

Der Artikel weist außerdem auf eine totale Sonnenfinsternis hin, die am 2. August über Luxor erwartet wird: Der Mond soll die Sonne bis zu sechs Minuten und 22 Sekunden lang verdecken.

Quellen: Condé Nast Traveler.